{"id":359,"date":"2008-11-04T20:06:30","date_gmt":"2008-11-04T18:06:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.final-memory.org\/?p=359"},"modified":"2008-11-04T20:06:30","modified_gmt":"2008-11-04T18:06:30","slug":"jerry-lee-lewis-in-hamburg-am-1112008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.final-memory.org\/?p=359","title":{"rendered":"Jerry Lee Lewis in Hamburg am 1.11.2008"},"content":{"rendered":"<p>Am Samstag war ich mit Janina in Hamburg zum Konzert von <a href=\"http:\/\/www.jerryleelewis.com\/\" target=\"_blank\">Jerry Lee Lewis<\/a> im CCH in Hamburg. Zu den im Web lesbaren, eher durchwachsenen, Kommentaren m\u00f6chte ich als Fan selber ein paar Worte sagen.<\/p>\n<p>Gleich vorweg, es hat sich gelohnt!<\/p>\n<p>Tags\u00fcber waren wir shoppen und in einem Plattenladen, der leider doch keine 45er da hatte, aber sonst gut sortiert war, und eine echte Rock-o-la-Jukebox aus den 60ern an der Wand h\u00e4ngen hatte. (<a href=\"http:\/\/www.plattenrille.de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.plattenrille.de\/<\/a>)<\/p>\n<p>Kurz nach 6 warteten wir dann am CCH auf Einlass und im Foyer, wo auch durchaus Kamerateams unterwegs waren und Leute interviewten. Kurz nach 7 konnten wir dann rauf, mussten unsere Klamotten leider gegen L\u00f6hnung an der Garderobe abgeben. (Soviel zu &#8220;inkl. aller Geb\u00fchren&#8221; <strong>*grumpf*<\/strong>)<\/p>\n<p>Um 8 kam dann die laue Vorband auf die B\u00fchne. Diese spielten vorallem laut und sehr metalm\u00e4\u00dfig Rock&#8217;n&#8217;Roll-Klassiker, darunter <em>Summertime Blues<\/em>, <em>Hello Josephine<\/em> und <em>Rip It Up<\/em>. Insgesamt eher eine maue Vorband mit der <a href=\"http:\/\/myspace.com\/schildkroetelive\" target=\"_blank\">Schildkr\u00f6te<\/a>, einem Alt-Hippie mit wehender M\u00e4hne und \u00dcbergewicht, am Keyboard. Warum der nicht am Fl\u00fcgel spielen durfte, ist mir ein R\u00e4tsel.<\/p>\n<p>Nach einer Pause spielte dann Linda Gail Lewis, die kleine Schwester des Killers (<a href=\"http:\/\/www.final-memory.org\/?p=234\" target=\"_blank\">ich habe berichtet<\/a>). Das Set war rockig, flott und sie hat eine gute Stimme. Die Meinung \u00fcber sie ist geteilt, ich fand sie gut, im Studivz wurde sie dagegen als &#8220;Parasit&#8221; tituliert. Immerhin spielte sie einige Klassiker, darunter <em>Blue Suede Shoes<\/em> und <em>Shake, Rattle &amp; Roll<\/em>, aber auch eigenes Material. Von letzteren konnte ich nicht so recht definieren, ob es nur umgetextet oder tats\u00e4chlich mit eigenen Noten war. Am Ende wurde sie beinahe von der B\u00fchne gebuht: &#8220;We want Jerry Lee!&#8221; war deutlich zu h\u00f6ren. Das fand ich etwas krass, denn so schlecht hat sie nun wirklich nicht gespielt.<\/p>\n<p>Nach einer Pause kam dann endlich\u00a0 die Killerband auf die B\u00fchne, nachdem der Veranstalter ein bl\u00f6des Textchen \u00fcber den &#8220;Last Man Standing&#8221; losgelassen hatte. Bandleader Kenny Lovelace witzelte \u00fcber seine angeknackte Nase mit Pflaster und dann spielten sie <em>Kansas City<\/em>. Danach stellte Kenny die Band vor (Scheint er auf jedem Konzert zu machen) und danach sang statt Kenny B.B. Cunningham am Bass <em>Wolly Bully<\/em>.<\/p>\n<p>Surprise, surprise, schon nach 2 Vornummern kam pl\u00f6tzlich Jerry Lee hinter der B\u00fchne hervor und schlurfte gem\u00e4chlich in einem kurz\u00e4rmeligen Hemd mit L\u00e4ngsstreifen (ahhhhh, ich will auch so eins) an den Fl\u00fcgel. Die Menge quittierte es mit einer Standing Ovation und lautem Applaus. Er grinste in die Menge und spielte los.<\/p>\n<p>Er war gut in Form, das Set sch\u00f6n flott und rockig. Scheinbar reagierte er auf das enthusiastische Publikum, welches offensichtlich voll auf\u00a0 Rock&#8217;n&#8217;Roll eingestellt war. Ger\u00fcchten zu Folge soll er nach <em>Mexicali Rose<\/em> zu Kenny gesagt haben, &#8220;They don&#8217;t wanna hear <em>You Win Again<\/em>.&#8221;, als dieser offensichtlich diesen Klassiker von Hank Williams (aber eben ein langsames, trauriges St\u00fcck) vorschlug. Leider leider stimmte er dann <em>Great Balls Of Fire<\/em> an, was seit Jahr und Tag das Ende vom Spa\u00df ank\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Zu GBOF und <em>Whole Lotta Shakin&#8217;<\/em> stand das Publikum auf und aus einem SItzkonzert wurde eine spontane Stehtanzparty. Er endete mit dem knallenden Stuhl und dem Hintern auf den Tasten, grinste nochmals und verschwand dann flott von der B\u00fchne, aber dabei schaute er durchaus ins Publikum und wusste den Applaus zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Einige Leute hofften wohl auf eine Zugabe, aber bekannterweise f\u00e4llt das seit Jahrzehnten bei Jerry Lee flach. Daher machten wir uns dann auch bald auf den Weg.<\/p>\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chte ich kurz die Setliste benennen, so wie ich sie mir notiert habe. Jerry Lee Lewis spielte folgende Titel:<\/p>\n<ol>\n<li><em>Roll Over Beethoven<\/em> (jaja, wie immer)<\/li>\n<li><em>Drinkin&#8217; Wine Spo-Dee-O-Dee<\/em><\/li>\n<li><em>Before The Night Is Over<\/em><\/li>\n<li><em>Trouble In Mind<\/em> (die einzige langsame Nummer im Set)<\/li>\n<li><em>I Don&#8217;t Want To Be Lonely Tonight<\/em><\/li>\n<li><em>Sweet Little Sixteen<\/em><\/li>\n<li><em>Johnny B. Goode<\/em> (erstaunlich flott und fetzig, was er die letzten Jahre bei diesem Klassiker selten tat)<\/li>\n<li><em>Why Have You Been Gone So Long<\/em><\/li>\n<li><em>Mexicali Rose<\/em> (eine schnelle Version)<\/li>\n<li><em>Great Balls Of Fire<\/em><\/li>\n<li><em>Whole Lotta Shakin&#8217; Goin&#8217; On<\/em> (inklusive umknallenden Stuhl und Arsch auf den Tasten)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zum Set m\u00f6chte ich nochmals kurz kommentieren, es war flott und rockig. Aber, aber: warum spielt der Mann nicht sein eigenes rockendes Material? Warum muss er Songs von Chuck Berry bringen, wenn er stattdessen sch\u00f6ne flotte Nummern wie <em>End Of The Road<\/em>, <em>Ubangi Stomp<\/em>, <em>Lewis Boogie<\/em> oder <em>Mean Woman Blues<\/em> bringen k\u00f6nnte (Von meinem Lieblingsrockst\u00fcck, <em>Wild One<\/em>, wage ich ja garnicht mehrzu tr\u00e4umen)? Schade, aber immernoch gut.<\/p>\n<p>Subjektiv hat er mir dieses Mal besser gefallen, als 2000 im Stadtpark. Nat\u00fcrlich ist er 73 Jahre alt, und gerade deswegen muss man es umso mehr bewundern, wenn er immer noch 45 Minuten am St\u00fcck hart und kr\u00e4ftig durchrockt und das Piano bei jedem Akkord donnert.<\/p>\n<p>St\u00e4nkerer sollen sich geprellt gef\u00fchlt haben, aber zu denen sag ich nur: wenn Chuck Berry soviel besser ist, warum zum Geier geht ihr dann in ein Jerry Lee Lewis Konzert?!? Chuck spielt doch auch in Europa (Essen und Mannheim wei\u00df ich definitiv, ich kann nur nicht hin)<\/p>\n<p>All in all: <strong>Rock&#8217;n&#8217;Roll is the thing &#8211; Jerry Lee is the king!<\/strong><\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.final-memory.org%2F%3Fp%3D359&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Samstag war ich mit Janina in Hamburg zum Konzert von Jerry Lee Lewis im CCH in Hamburg. Zu den im Web lesbaren, eher durchwachsenen, Kommentaren m\u00f6chte ich als Fan selber ein paar Worte sagen. Gleich vorweg, es hat sich gelohnt! 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