Distupgrade auf Xubuntu 14.04

Heute habe ich den Feiertagmorgen genutzt und nach langer Zeit mein veraltetes Ubuntu 10.04 mit GNOME2 durch ein aktuelles Xubuntu 14.04 ersetzt. Unity oder Gnome 3 wollte ich bewusst nicht, LXDE hat Janina in Betrieb, ist aber für meine Poweruserzwecke weniger geeignet. Also wollte ich es daraufankommen lassen und wählte Xubuntu mit Xfce.

Ich habe schon vor knapp 13 Jahren Xfce 1 ausprobiert, das war damals schlank genug und lief sogar noch halbwegs auf meinem alten P166 mit 16MB RAM. Seit damals habe ich Xfce immer beobachtet und heute ist es durchaus an einem benutzbaren Punkt angekommen. Es bootet zügig, der Dateimanager ist schlank, kann aber dank gvfs auch alle wichtigen Netzwerkprotokolle, und vorallem: der Desktop kann von Icons befreit werden.

Xubuntu 14.04 (Startmenü aufgezoomt)

Seit längerer Zeit nervt mich ein mit Icons zugemüllter Desktop nur noch, das klassische Startmenü war mir immer etwas zu fitzelig. Ich wollte eine schöne Auswahl im Vollbild haben, mit fester Sortierung. Ca 3 Jahre habe ich den netbooklauncher verwendet und war damit sehr zufrieden. Bei Xfce lernte ich heute morgen, daß man das Startmenü schön groß aufziehen kann, es hat sogar eine Suchfunktion. Im Screenshot habe ich es mal abgelichtet, wenn man alle Fenster schließt, dann ist mein Desktop leer, man kann Xfce komplett verbieten, Icons auf dem Desktop darzustellen. Laufwerke browse ich eh im Dateimanager (jaja, Ich bin Atarianer, aber heutzutage beschränkt es sich nicht mehr auf 2 Diskettenlaufwerke und eine Ramdisk, ein Icon für jede Partition wird irgendwann tierisch unübersichtlich.).

Ein Wermutstropfen bleibt allerdings, Xfce unterstützt keine Iconvergabe für Ordner. Dieses Feature fand ich schon bei KDE3 und Gnome2 äußerst praktisch, da man sich so schneller zurechtfindet. Ich werde in Zukunft wohl das Emblemfeature stärker nutzen, vorallem mir selber noch ein paar Embleme im SVG Format basteln.

Was ich aktuell noch nicht draufhabe, sind diverse Emulatoren und Tools, die mir so fehlen, aber das kann ich mir nach und nach Bedarf installieren. Die Grundausstattung mit Datenbackup, Chromebrowser, Thunderbird, Skype, Pidgin und TrueCrypt habe ich installiert, und alles rennt.

Alles in allem: dieses Upgrade war überfällig und ich bin für meinen Teil frph, diesen Schritt getan zu haben. Aber für Linux hat es auch etwas gutes, ich habe jetzt knapp 4 Jahre eine stabile Langzeitversion von Ubuntu verwendet, ohne echte Reinstallation. Wieviele Versionen von Windows hatten in der Vergangenheit eine solche Stabilität? Erst XP und Windows 7 kommen dort hin. Seit 1998 hat sich viel getan!

2 Comments

  1. Vince says:

    Hallo Matthias, sehr interessanter Beitrag für mich, da ich selbst im Moment überlege, ob ich mir das schreckliche Windows 8 wirklich antun soll, oder vielleicht doch Ubuntu eine Chance geben soll. Mein größtes Problem ist leider weiterhin, dass ich mir zuviele Windows-Programme ans Bein gebunden habe, die mir unter Linux fehlen würden. Aber immerhin gibt die Spieleindustrie jetzt mächtig Gas was Linux-Kompatibilität angeht. Das finde ich großartig!

    Nur deine Kritik an der Stabilität von Windows verstehe ich nicht, wenn du schreibst “erst” XP und Windows 7 kämen dort hin. XP gibt es doch schon seit 13 Jahren. Also es ist ja nun nicht so, als würde Microsoft erst seit gestern stabile Betriebssysteme entwickeln. Außerdem – auch wenn natürlich nicht unbedingt für Endbenutzer gedacht – mein Windows 2000 davor war auch schon so stabil wie XP und war jahrelang bei mir in Betrieb.

    Oder vielleicht verstehe ich einfach nicht, was du meintest. Meine aktuelle Installation von Windows 7 ist nun schon 4 Jahre alt, und ich könnte problemlos nochmal soviele Jahre drauflegen, wenn ich müsste.

  2. Hallo Vince,

    meine Sichtweise ist sicherlich dadurch beeinflußt, wie ich seit über 15 Jahren am PC arbeite.
    Als ich mit Linux anfing (1998) war Windows NT für Heimanwender unbezahlbar und Windows 95 halt regelmäßig instabil. Ich habe Windows 95 hauptsächlich als MSDOS7 genutzt.

    Bis zu Windows XP hin habe ich wegen meiner Spiellaune Windows 95 und 98 öfters neu installieren müssen, das hat einfach genervt. Grafiktreiber, neues DirectX, irgendwas schießt was ab, schrecklich :( Am Atari war alles viel einfacher ;)

    Linux habe ich ausprobiert und bin hängengeblieben, weil ich für DFÜ-Anwendungen (damals noch klassische Mailboxtechnik) stabiles Multitasking haben wollte. System der Wahl wäre eigentlich OS/2 gewesen, das starb zu dem Zeitpunkt nur weg. Und ich bin für meine reguläre Arbeit und auch mittlerweile viel Spielkram dann bei Linux hängengeblieben.

    Ja, ab XP wurde Windows stabiler und für reine Anwender wirklich verwendbar (sofern das nicht als Administrator geschieht). Ich würde trotzdem weiterhin Linux empfehlen, vorallem für ältere und nicht so leistungsfähige Rechner.

    Grüße,
    ssb